Geschwindigkeit, Trittlänge und Takt verstehen

Geschwindigkeit, Trittlänge und Takt verstehen

December 9, 2020 0 By Daphne Maujean

Ob im Springreiten oder in der Dressur, die Arbeit an Geschwindigkeit, Takt und Trittlänge gehört zu den Grundlagen. Diese Begriffe werden in allen Disziplinen und auf jedem Niveau verwendet, obwohl Reiter bisweilen dazu neigen, sie zu verwechseln und nicht richtig verstehen, wie sie funktionieren.

 

Aber was genau bedeutet dann Geschwindigkeit, Trittlänge und Takt? Wir gehen in diesem Artikel näher darauf ein, damit Sie sich die Grundlagen dieser drei Begriffe noch einmal ansehen und lernen können, wie Sie sie unterscheiden. Wir stellen außerdem mehrere Übungen vor, die Ihnen dabei helfen, eine objektivere Einschätzung Ihres Pferdes zu erreichen.

I. Geschwindigkeit

Die Geschwindigkeit entspricht der Zeit, die benötigt wird, um eine bestimmte Strecke zurückzulegen.

Dabei ist dieser Begriff nicht nur im Reitsport gängig, man findet ihn in vielen Bereichen, beispielsweise in Bezug auf Autos oder auch im Laufsport. Auch wenn die gängige Einheit für die Berechnung der Geschwindigkeit km/h oder m/s ist, wird sie im Reitsport in m/min angegeben.

Die Berechnung der Geschwindigkeit ist einfach. Sie teilen einfach die von Ihnen zurückgelegte Strecke durch die Zeit, die Sie dafür benötigt haben.

Der Begriff „Geschwindigkeit“ ist in einigen Disziplinen des Pferdesports von entscheidender Bedeutung. Im Springparcours beispielsweise hilft es Ihnen, Ihre Zeit im Vergleich zu Ihren Konkurrenten zu verbessern, um zu gewinnen.

Die Referenzgeschwindigkeit bei einem Turnier variiert je nach Art der Prüfung und abhängig von der Klasse zwischen 250 m/min und 400 m/min, entsprechend der FEI-Standards.

Referenzgeschwindigkeit Galopp Profiklassen Pferdes

Die Arbeit an der Geschwindigkeit Ihres Galopps ist wichtig, dies gilt für die Gymnastizierung und das Springreiten gleichermaßen.

So können Sie überprüfen, ob Sie Ihr Pferd unabhängig von der Geschwindigkeit kontrollieren können.

Ihr Pferd kontrollieren zu können bedeutet, dass Sie die Geschwindigkeit des Pferdes durch Tempiwechsel innerhalb einer Gangart variieren können, während Sie einen gleichmäßigen Takt beibehalten und sich Ihr Pferd entspannt und ausbalanciert in den Hanken beugt und die Hinterhand einsetzt. Im Gegensatz dazu legt das Pferd, wenn Sie nicht ausreichend Kontrolle haben, zu stark an Geschwindigkeit zu, was sich auf die Qualität der Gänge und sein Gleichgewicht auswirkt. Am Turnier verschlechtern sich dabei auch die Sprünge und Ihre Linie.

Übermäßige Geschwindigkeit Pferdes Gallop

Darüber hinaus können Sie sich darin üben, den richtigen Galopp für das Turnier zu finden. Am Galopp für das Turnier zu arbeiten, ermöglicht Ihnen nicht nur, im Parcours effizienter zu sein, sondern auch bestimmte Punkte zu trainieren, die viel Beherrschung erfordern, wie beispielsweise ein Stechen.

Für Ihr Training schlagen wir eine Übung vor, bei der Sie gleichzeitig an der Kontrolle, der Suche nach dem richtigen Galopp und der körperlichen Verfassung Ihres Pferdes arbeiten.

Übung Pferdes Gallop geschwindigkeit

Den richtigen Galopp für das Turnier zu finden, wenn man zu Hause trainiert, kann jedoch bisweilen kompliziert sein. Der vernetzte Sattelgurt iPULSE ist dafür da, Ihnen dabei zu helfen. Dank des Live-Modus in der iSPORT-App können Sie Ihre vom Sattelgurt in Echtzeit berechnete Geschwindigkeit verfolgen. Dies ermöglicht Ihnen auch, Ihre Einschätzung objektiver zu gestalten und so Ihr Gefühl für den Galopp zu verbessern, um in den nächsten Trainingseinheiten schneller den richtigen Rhythmus zu finden.

Geschwindigkeit iPULSE Live-Modus iSPORT app CWD

II. Trittlänge

Die Trittlänge, berechnet in Metern, kann als Größe der Schritte definiert werden, das heißt, es handelt sich um die Entfernung, die ein Pferd mit einem Schritt zurücklegt. Je größer die mit einem Schritt zurückgelegte Strecke ist, desto höher ist die Trittlänge, da das Pferd mit einem Schritt mehr Boden gutmacht.

Schritt Pferdes

Obwohl sie manchmal von Reitern verwechselt werden, kann an der Trittlänge und der Geschwindigkeit völlig unabhängig von einander gearbeitet werden. Denn ein Pferd kann mehr oder weniger Schritte machen und dennoch dieselbe Strecke in der gleichen Zeit zurücklegen. Gleichermaßen bedeutet die Schritte zu verlängern nicht automatisch, schneller zu werden, sondern nur die Länge der Tritte zu vergrößern.

Die Arbeit an der Trittlänge ist für Sie und Ihr Pferd sehr wichtig und sehr umfangreich.

Dies setzt voraus, dass Sie Ihre Haltung und Ihr Gleichgewicht an die gewünschte Trittlänge anpassen können. Und Ihr Pferd lernt, sich in den Hanken auszubalancieren, während es weiter im Takt bleibt.

Auf lange Sicht ermöglicht Ihnen die Arbeit an der Trittlänge, schneller zu reagieren und darin, was Sie von Ihrem Pferd verlangen, präziser zu werden. Ihr Pferd baut Muskulatur der Hinterhand auf und verbessert damit seine Sprungqualität.

Nachstehend finden Sie zwei Übungen, eine für die Gymnastizierung und eine am Sprung, durch die Sie an der so wichtigen Trittlänge arbeiten können:

Übung Trittlänge Pferdes
Übung Trittlänge Pferdes Hindernissen

Achten Sie bei diesen Übungen immer darauf, die körperlichen Grenzen Ihres Pferdes nicht zu überschreiten, da dies dazu führen kann, dass sich sein Gleichgewicht verschlechtert und es an Schwung verliert. Dank des iPULSE-Sattelgurts können Sie die Herzfrequenz Ihres Pferdes genau überwachen und so auch erkennen, ob ihm die Übungen schwerfallen.

Herzfrequenz Pferdes iPULSE iSPORT Live-Modus CWD

III. Takt

Der Takt entspricht dem Rhythmus des Pferdes: Je mehr Schritte es in einer bestimmten Zeit macht, desto höher ist sein Takt.

iPULSE Takt Tritten Nicht Tritt Gallop

Wie die Geschwindigkeit wird auch der Begriff Takt nicht nur im Reitsport verwendet. Wenn Sie ein Instrument spielen, z. B. Klavier, wird der Takt mit Hilfe eines Metronoms vorgegeben.

Bei der Berechnung des Takts zählt jedoch nur der Rhythmus. Die Trittlänge und die Geschwindigkeit werden bei der Berechnung nicht berücksichtigt, da ein hoher Takt (eine große Anzahl an Schritten pro Sekunde) eine sehr geringe Trittlänge und somit eine langsame Geschwindigkeit bedeuten kann.

Der Takt ist sehr wichtig, da er es dem Pferd ermöglicht, im Gleichgewicht und mit viel Abfußkraft zu arbeiten, was wiederum gut für den Schwung ist. All dies sorgt dafür, dass das Pferd die Hilfen des Reiters besser annehmen kann.

Das, was jeder Reiter bei seiner Arbeit am Takt erreichen möchte, ist Regelmäßigkeit. Das heißt, der Takt muss immer gleich bleiben, unabhängig von Veränderungen der Trittlänge oder der Geschwindigkeit.

Hier sehen Sie eine Übung, mit der Sie am Takt arbeiten können:

Übung takt Pferdes Gallop

Ein Gespür dafür zu entwickeln, wann Ihr Pferd seinen Takt verändert, bleibt eine sehr heikle Aufgabe, Sie werden Zeit brauchen, bis sie das beherrschen. Der iPULSE hilft Ihnen dabei, Ihr Gefühl objektiver zu gestalten und Ihre Einschätzung so zu perfektionieren. Sie können nämlich im Live-Modus der iSPORT-App direkt den Takt Ihres Pferdes verfolgen und diese Daten mit der Einschätzung, die Sie im Sattel haben, vergleichen.

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Zusammenfassung...

Obwohl die drei Begriffe sehr unterschiedlich sind, sind sie doch auch durch eine einfache Formel miteinander verbunden:

Geschwindigkeit = Takt x Trittlänge

Das heißt also, wenn Sie den Takt erhöhen und die Trittlänge beibehalten, erhöht sich automatisch Ihre Geschwindigkeit. Dasselbe gilt, wenn Sie die Trittlänge vergrößern, gleichzeitig aber den Takt beibehalten. Umgekehrt bedeutet eine höhere Geschwindigkeit nicht, dass sich die Trittlänge oder der Takt erhöhen müssen.

Zu wissen, wie Sie diese drei Begriffe unterscheiden, ist also unerlässlich, um zu verstehen, wie Ihr Pferd „läuft“, damit Sie in seinem Sinne mit ihm arbeiten können.

Wenn Sie Fragen haben, können Sie uns jederzeit telefonisch kontaktieren: +33 (0)5 35 00 42 79 oder Sie schreiben eine E-Mail an: isport@cwdsellier.com!