Die Gymnastizierung als Grundlage für das Training im Winter

Die Gymnastizierung als Grundlage für das Training im Winter

January 11, 2021 0 By Zachary Bazin

Das F&E-Team hat sich ausführlich mit der Gymnastizierung und ihren Vorteilen für Pferd und Reiter beschäftigt. Lockerheit, Koordination, Harmonie, Lösen und Körperhaltung sind alles Punkte, die mit einem guten gymnastizierenden Training verbessert werden können. Wir erklären alles zum Thema Gymnastizieren, und stellen ein paar verschiedene Übungen zur Verfügung, die Sie trainieren können. 

I. Die Vorteile der Gymnastizierung

Die Gymnastizierung ermöglicht es, bestimmte physische Elemente des Pferdes, wie den Bewegungsapparat im Allgemeinen und die Koordination, zu verbessern.

 

Der Vorteil der Gymnastizierung liegt darin, dass man an ihr sowohl im Springtraining als auch in der Dressur, aber auch vom Boden aus oder an Longe arbeiten kann. Es gibt eine Vielzahl von Übungen, um sich an den Zielen orientieren, die Sie für sich und Ihr Pferd festgelegt haben.

Doch die Gymnastizierung des Pferdes bedeutet auch die Gymnastizierung des Reiters. Tatsächlich ist es so, dass bestimmte Lektionen zum Gymnastizieren auch für den Reiter viele Vorteile haben, der dabei lernt, harmonisch mit seinem Pferd zusammenzuarbeiten. Während sich das Pferd Zeit nehmen muss, um seine Technik und beispielsweise seine Flugbahn zu verbessern, kann sich der Reiter ganz auf seine körperlichen Abläufe konzentrieren und an seiner Haltung und der eigenen Lockerheit arbeiten.

 

Daher ist das Gymnastizieren für Pferd und Reiter eine gute Sache. Sie können gemeinsam oder getrennt an bestimmten Punkten arbeiten, wie der Beweglichkeit, der Lockerheit, der Offenheit, an (Selbst-)Vertrauen, Entspannung, Bemuskelung und natürlich auch an der Haltung.

II. Mit welchen Übungen kann man an der Gymnastizierung arbeiten?

Unser F&E-Team hat einige Übungen für Sie ausgewählt, damit Sie an der Gymnastizierung Ihres Pferdes – und an der eigenen – arbeiten können, die sich sowohl für das Dressur- als auch das Springtraining eignen.

 

Denken Sie daran, dass selbst Übungen, die Ihnen einfach erscheinen, sehr schwierig sein können, wenn sie perfekt ausgeführt werden. Führen Sie die Übungen entsprechend Ihrer Fähigkeiten und der Ihres Pferdes durch!

Für junge Pferde... Freispringen

Es wird häufig beobachtet, dass junge Pferde, wenn sie damit anfangen, an Sprüngen zu arbeiten, nicht immer mit ihrem Körper und ihren Bewegungen im Einklang sind. Daher ist das Freispringen eine grundlegende Übung für das junge Pferd. So kann es ein einzelnes Hindernis oder auch mehrere kleine Hindernisse in Ruhe und ohne Reitergewicht optimal springen.

Das junge Pferd kann so frei üben und die Funktionen seines Körpers und sein Gleichgewicht während des gesamten Sprung verstehen lernen, vom Abfußen bis hin zum Aufkommen. So wird es dem Jungpferd leichter fallen, bestimmte Punkte, die für das weitere Lernen notwendig sind, besser zu verstehen und das Pferd-Reiter-Paar kann später gelassener an den gemeinsamen Sprung über das Hindernis herangehen.

 

Achten Sie jedoch darauf, es mit dem Freispringen nicht zu übertreiben, da dies bei jungen Pferden, deren Wachstum noch nicht abgeschlossen ist, Bänder, Muskeln und Knochen stark beansprucht.

Aus der Dressur... Seitengänge

Seitengänge sind komplette und abwechslungsreiche Lektionen, die dabei helfen, die Muskulatur des Pferdes aufzubauen, es zu lösen und seine Durchlässigkeit zu verbessern. Die Arbeit an den Seitengängen ist auch für den Reiter von Vorteil, wenn es ihm an Lockerheit und der richtigen Koordination seiner Hilfengebung mangelt.

Zur Erinnerung, Seitengänge führen zu Bewegungen der Gliedmaßen des Pferdes vom Körper weg und zum Körper hin. Alle Bewegungen, bei denen sich das Pferd in Richtung einer Seite bewegt, werden als Seitengänge bezeichnet. Zum Beispiel können Seitengänge Schenkelweichen, Schulterherein oder Travers sein, aber auch Traversalen.

Seitengänge mobilisieren die Adduktoren- und Abduktorenmuskulator der Hüfte und Schultern, die Streckmuskulatur, die es dem Pferd ermöglichen, seine Vorderbeine nach vorne zu bewegen und die Beugemuskeln am Hals. Auch die Brustmuskulatur wird beansprucht, wenn das Pferd die Vorderbeine kreuzt, dies ist ein wesentlicher Vorteil für Springpferde, die diese Muskulatur zur Unterstützung bei der Landung nach einem Sprung benötigen.

An der Longe... Übungen im Trab und Galopp

Auch dieses Training kann für die Gymnastizierung eines Pferdes sehr bedeutend sein. Das Pferd hat hier mehr Bewegungsfreiheit, gleichzeitig können Sie ihm durch die Verbindung über die Longe zusätzliche Hilfen geben.

Mögliche Übungen an der Longe sind vielfältig und können, je nachdem, wie geübt Sie und Ihr Pferd sind, in allen drei Gangarten und auf jeder Hand ausgeführt werden. Außerdem muss das Pferd dabei selbst mehr Verantwortung für die Lektion übernehmen, sie analysieren und seine Gangart, seinen Schwung und sein Gleichgewicht anpassen. Der Vorteil des Gymnastizierens an der Longe ist, dass Sie alle Lektionen, sobald das Pferd sie verstanden hat, auch im Sattel wiederholen können.

Die Übung, auf die wir hier näher eingehen, ist besonders sinnvoll für Pferde, die unter Stress stehen und dazu neigen, die Sprünge zu fixieren oder sich regelrecht hineinzuwerfen. Die Angaben zur Übung gelten für den Galopp für ein Pferd mit einer durchschnittlichen Trittlänge. Sie können die Abstände ändern, wenn Ihr Pferd eine andere Trittlänge hat oder Sie die Übung lieber im Trab ausführen möchten.

Dieser Aufbau gibt dem Pferd einen gewissen Weg vor und zwingt es, die Sprünge in Ruhe durchzuführen. Die Absprungstangen beim Abfußen und Aufkommen „zwingen“ das Pferd punktgenau zu springen und zu landen, da sie verhindern, dass es zu früh abspringen oder beim Aufkommen davonpreschen kann. Die Stangen am Boden zwischen den Hindernissen sorgen für einen gleichmäßigen Takt Ihres Pferdes.

Ihre Aufgabe ist es, über die Longe eine weiche und gleichmäßige Verbindung zu halten. Ihre Hand sollte dem Pferd die Richtung weisen, was zu einer leichten Biegung im Hals führen sollte. Wenn Ihre Hilfen zu stark oder Ihre Hand zu hart ist, besteht die Gefahr, dass sich das Pferd auf das Gebiss lehnt und sich zusammenzieht.

Am Sprung: Gymnastizierungsreihe, die Bardinet-Linie

Es gibt eine Vielzahl von Übungen und Aufbaumöglichkeiten, um an der Gymnastizierung, der Reaktionsfähigkeit und der Koordination des Reiters und des Pferdes am Sprung zu arbeiten.

 

Die bekanntesten sind die sogenannten Gymnastizierungsreihen, die es dem Reiter ermöglichen, sowohl am Schwung als auch an der Technik des Pferdes sowie an der Haltung und der Entspannung des Reiters zu arbeiten. Bei dieser Art von Übung mobilisiert das Pferd seine gesamte Rückenlinie, die es durch Kontakt zum Gebiss und indem es sich rund macht, dehnt. Diese Übungen verlangen viel Einsatz, es muss sein Gewicht auf die Hinterhand legen, um während der Abfolge von Sprüngen seinen Schwung und sein Gleichgewicht zu halten.

Die Gymnastizierungsreihen können auch im Trab mit einer Absprungstange aufgebaut werden, nach der das Pferd automatisch in den Galopp übergeht.

Die Bardinet-Linie, die nach dem ehemaligen Nationaltrainer Jean-Paul Bardinet benannt ist, ist ein weiteres sehr gutes Beispiel für eine Gymnastizierungsreihe. Sie ist, durch die Abwechslung zwischen Kreuzen und Oxern, besonders interessant für die Gymnastizierung. Denn hier muss sich das Pferd über den Kreuzen „zusammenziehen“ (seine Trittlänge verkürzen und die Schultern anheben) und an den Oxern seinen Rücken strecken und sich lockern, um den Oxer zu überspringen.

 

Die Übung sollte schrittweise durchgeführt werden, zuerst mit den Kreuzen und dann nach und nach mit kleinen Oxern.

Um das Pferd auf den kurzen Distanzen der Reihe nicht zu sehr „einzuklemmen“, muss der Reiter sich zurückhalten und nur leicht mit dem Bein Kontakt halten und darf in die Sprungabfolge erst einreiten, wenn das Pferd ruhig ist und eine leichte Verbindung zum Pferdemaul besteht.

Um Sie bei diesen Übungen zu unterstützen, dienen Ihnen die vom iPULSE live berechneten Daten als Indikatoren für Ihre Geschwindigkeit und Ihren Takt. Anhand der Herzfrequenz können Sie den Zustand Ihres Pferdes überwachen und können prüfen, ob die Übungen angemessen sind und nicht zu viel Anstrengung erfordern

Für weitere Informationen können Sie uns gerne per E-Mail an (isport@cwdsellier.com) oder telefonisch unter + 33(0) 5 35 00 42 79 kontaktieren